Act now or swim later

Zum gegeben Anlass der Weltklimakonferenz und den dortigen Entscheidungen, haben wir als Linksjugend uns letzte Woche Freitag entschieden, den Bundestag einen Deich zu bauen. Mit dabei waren auch einige Bundestagsabgeordnete der Linken, u.a. Susanne Ferschl und Stefan Liebich.
Aus Niedersachsen unterstützten ganz fleißig die Lsp*R Mitglieder den Bau und am Ende des Tages stand ein schöner Deich da. Die Klimakonferenz war insgesamt leider nicht so produktiv wie unsere Aktion. Die dort getroffenen Entscheidungen sind höchstens ein Tropfen auf dem heißen Stein und höchstens der Minimalkonsens der dortigen Vertreterinnen.

alle mal bitte Heidi wählen!

auf der Seite von Rundblick Niedersachsen wird aktuell über niedersachsens Person des Jahres abgestimmt. Um einen weiteren CDU-Abgeordneten wie letztes Jahr zu verhindern unterstützen wir dieses Jahr tatkräftig die Landesvorsitzende der Partei die Linke. Heidi Reichinnek hat sich während und nach ihrem Studium für geflüchtete Kinder und Jugendliche engagiert und war bis Anfang des Jahres Mitglied unseres Landessprecher*innenrates. Außerdem ist sie die jüngste Landesvorsitzende der Linken in ganz Deutschland. Also alle mal Heidi wählen.

https://www.rundblick-niedersachsen.de/abstimmung-wer-wird-niedersachse-des-jahres/?fbclid=IwAR35yIbte9XiOgmawlxgOHM6spLO2IUr1XgxNXDcRWui0-cBeO9-gzA3HsA

Welttag der Menschen mit Behinderung

Heute ist der internationale Tag der Menschen mit Behinderung und als Jugendverband wollen wir vor allem auf die Missstände in den Schulen dieses Landes hinweisen. Behinderte Menschen leiden in größerer Weise unter allen Problemen unseres Bildungssystems. Wer körperliche oder geistige Probleme hat, ist besonders auf Hilfe von Lehrern und Sozialarbeitern angewiesen und leiden daher besonders unter Personalmangel. Außerdem sind viele alte Schulgebäude nicht auf die Bedürfnisse von Menschen mit Gehbehinderung ausgelegt. All diese Schüler in spezielle Schulen „auszulagern“ führt zu sozialer Isolation und beraubt auch die anderen Kinder der Chance diese sozialen Kompetenzen zu erwerben.

Bundeswehr auf Instagram außer Kontrolle

Ein Socialmedia Skandal folgt bei der Bundeswehr auf den nächsten. In den letzten Jahren schien die Bundeswehr bemüht junge Menschen zu rekrutieren indem man reale Kriegseinsätze mit „Openworld“ oder „Multiplayer“ Spielen verglichen hat. Geschmacklose Höhepunkte waren dann 2018 die Plakate über die neue „BATTLE ROYAL“ Map in Afghanistan und „Multikill, Ultrakill, Monsterkill“ an der Front. Nun hat die Bundeswehr eine Wehrmachtsuniform auf Instagram als modisch und Retro bezeichnet.Wir unterstellen nicht, dass die Bundeswehr in Polen einmarschieren möchte. Ganz offensichtlich haben die Verantwortlichen Offiziere aber keinerlei Awareness für die Geschichte ihrer Armee und scheinbar auch keinen Respekt vor den Opfern der Kriege, an denen Deutschland sich in den letzten Jahrzehnten beteiligt hat. Solche abscheulichen Fehltritte werden beim Versuch Aufmerksamkeit auf Instagram zu erzeugen bewusst in Kauf genommen. 

Kapitalismus raus aus den Schulen

Die aktuelle Bildungspolitik ist leider immer noch stark durch die Sparpolitik der Groko und durch das kapitalistische System bestimmt. Um Kinder und Jugendliche möglichst effizient auf die Arbeitswelt vorzubereiten, werden Schulen immer mehr auf Konkurrenz und die Bedürfnisse des Marktes ausgerichtet. Die Bildungssysteme der Bundesländer stehen genauso in Wettbewerb zueinander wie Schulen innerhalb einer Stadt und Kinder innerhalb einer Klasse. Schulen sollten genau wie unser Staat demokratisch und solidarisch gestaltet sein und Kindern ein angenehmes Umfeld zum Lernen bieten. Dafür braucht es mehr gut ausgebildete Lehrer und Investitionen in neue Technologien

AfD Parteitag in Braunschweig

Die AfD hält dieses Jahr zum zweiten Mal ihren Parteitag in Niedersachsen ab. Nach Hannover 2017 ist dieses Jahr Braunschweig an der Reihe. Wir wollen ihnen mit 10.000 Antifaschist*innen einen angemessenen Empfang bereiten. Mit Gottfried Curio stellt sich einer der gefährlichsten Abgeordneten der Bundestagsfraktion für den Vorsitz zur Wahl. Dieser nutzt gezielt die Rhetorik des Nationalsozialismus um Wähler*innen gegen Geflüchtete und Muslime aufzuhetzen. Außerdem werden Kandidaturen aus Bernd Höckes „Flügel“ erwartet. Unter anderem wird über die Abschaffung der der Rente diskutiert oder Sozialleistungen nur für Deutsche diskutiert. Dem stellen wir uns klar entgegen und rufen zur Teilnahme an der Demo auf.

Solidarität mit dem VVN-BdA

Seit seiner Gründung vor über 70 Jahren ist die VVN-BdA die Vertretung der Verfolgten des Naziregimes und leistet als solche Arbeit im Dienste unserer Demokratie und bezieht daher immer wieder klar Stellung gegen rechte Parteien und gegen faschistisches Gedankengut. Dass dies gereicht hat um es in den Verfassungsschutzbericht des Landes Bayern zu schaffen, ist schon ein Skandal. Die Tragödie ist allerdings, dass das Bundesfinanzministerium diese Begründung nun aufgreift um dem Verein die Gemeinnützigkeit und damit verbundene Vorteile zu entziehen. Im schlimmsten Fall könnte dies das Ende des Vereins sein. Olaf Scholz hat sich mit diesem Schritt als Sozialdemokrat endgültig disqualifiziert und sollte zurücktreten, wenn er denn Anstand hätte. Wir solidarisieren uns mit VVN-BdA und rufen dazu auf diesen zu unterstützen, wenn ihr die Möglichkeit dazu habt.

weltweiter Klimastreik am 20.09.2019

mehr als 1.400.000 Menschen haben heute in Deutschland gegen die Klimapolitik und vor allem auch die Untätigkeit der Bundesregierung protestiert. Allein in Hannover waren über 40.000 junge Menschen auf der Straße und machten gemeinsam ihrer Wut Luft. Lautstärke Proteste legten die gesamte Innenstadt lahm und mit spontanen Sitzblockaden würden insbesondere Autofahrer*innen blockiert.

Rekordtrockenheit und Hitze und Naturkatastrophen haben in den letzten 12 Monaten erst die Schüler*innen und nun das ganze Land in Aufruhr versetzt. Getrieben von der stetig stärker werdenden Klimabewegung rund um Fridays for Future, sah sich die Bundesregierung zuletzt gezwungen ein Konzept zur Reduzierung des CO² Ausstoßes auf den Weg zu bringen. Selbst die Union  nennt sich inzwischen Klima-Partei.

Merkel hat aus Mitglieder*innen ihrer Bundesregierung ein Klimakabinett zusammengerufen und pünktlich zum Weltweitenklimastreik sollte die Bundesregierung ihr umfassendes Programm zu Klimaschutz vorlegen. Donnerstagnacht beginnend hatte man sich in der Bundesregierung einen 15 Stunden Verhandlungsmarathon zugemutet um zu vertuschen, dass man die letzten Monate und Jahre wohl nicht besonders viel Arbeit in Konzepte zum CO² Reduktion gesteckt hatte. Da kommt einem doch glatt der Vergleich zu eine*m Schüler*in in den Sinn, der*die  nach 2 Jahren schwänzen nun in der Nacht vor der Abschlussprüfung mit dem Lernen anfängt. Entsprechend waren dann auch die Ergebnisse. Anstatt den Kampf um die Zukunft stark anzugehen, klebt die Regierung am alten Credo von Markt und Wirtschaft fest. Geplant ist eine Ausweitung des Emissionshandels auf weitere Sektoren zu einem lächerlich niedrigen Preis. Dazu ein Verbot für den Einbau von Ölheizungen ab 2026 und eine minimale Erhöhung der Subventionen für den ÖPNV – das aber erst nach der nächsten Wahl. Dass selbst die FDP dieses Paket als „heiße Luft“ bezeichnet, sagt im Grunde alles.

 In Zeiten von Negativzinsen auf Staatsanleihen bräuchte es ein beispielloses Investitionspaket im Stil des Green-New-Deal. Die Klimaziele sind nur zu erreichen wenn Deutschland nicht mehr als das Land ohne Tempolimit, sondern als das Land ohne Ticketpreise bekannt wird. Dazu brauchen wir eine Infrastrukturoffensive, die uns bis 2030 zu einem 100% erneuerbaren Strommix führt. 2030 darf Deutschland nicht mehr Weltmeister sein durch Export von Waffen und Autos sondern durch Solar, Wind und Gezeitenkraftwerke.

Rheinmetall entwaffnen

Mit einem Jahresumsatz von 6,1mrd Euro ist die Rheinmetall AG das größte deutsche Rüstungsunternehmen. Verteidiger dieser Wirtschaftssparte führen immer wieder das Argument an, dass mit den von Rheinmetall produzierten Waffen keine völkerrechtswidrigen Kriege geführt werden, da die restriktive Rüstungskontrollpolitik der Bundesregierung dies verhindert. Rheinmetall gelingt es nun aber schon seit Jahren mithilfe europäischer Tochterunternehmen diese Exportbeschränkungen zu umgehen. So werden mithilfe von Waffen aus deutscher Produktion inzwischen in Saudi Arabien und im Jemen Kriegsverbrechen begangen. Genau hier setzt der internationale Protest von „Rheinmetall entwaffnen“ an.

Dass Rheinmetall aus Profitgier immer wieder in Kriegsverbrechen verstrickt ist, ist jedoch keine neue Geschichte. Schon vom ersten Weltkrieg profitierte der Konzern was sich am Wachstum der Belegschaft von 8.000 auf fast 48.000 Mitarbeiter erkennen lässt. Nach der Eingliederung von Rheinmetall in die „Reichswerke Hermann Göring“ machte sich das Unternehmen dann an der Ausbeutung von Zwangsarbeiter*innen und dem Tod von Millionen unschuldiger mitschuldig. Allein im Arbeitslager des Werkes in Unterlüß wurden etwa 5.000 Zwangsarbeiter*innen ausgebeutet. Viele von ihnen kamen dort zu Tode.

Statt sich zu dieser Vergangenheit zu bekennen und in andere Wirtschaftsbereiche zu investieren, blieb das Unternehmen seinen Wurzeln treu und macht weiterhin unmoralische Geschäfte mit Waffen.

Darum stehen wir ihnen entgegen!

„Rheinmetall entwaffnen“ ist ein breit aufgestelltes Bündnis aus antifaschistischen, antimilitaristischen und feministischen Gruppen aus ganz Europa und solidarisiert sich mit den Protesten in Kurdistan und vielen afrikanischen Ländern. Die Botschaft ist klar, keinen Krieg mit deutschen Waffen, aber vor allem keinen Krieg. Eine antimilitaristische und antikapitalistische Gesellschaft in der für alle Platz ist, dass ist der Wunsch und das Ziel der Proteste.

So wurden am Freitag den 06. September 2019 für einige Stunden die Tore des Rheinmetall Werkes durch Demonstrant*innen besetzt und der Betrieb gestört. Am folgenden Tag gab es eine Großdemonstration mit mehreren tausend Demonstrant*innen, der wir uns als Jugendverband natürlich angeschlossen haben.

grüner und roter Umweltschutz

Nachdem die Realos bei den Grünen mit Robert Harbeck und Annalena Baerbock das Ruder übernommen hatten, hatte man das Gefühl die Grünen sein bemüht sich vom Image der Verbotspartei zu lösen. Diskussionen um den verpflichtenden Veggie Day gehörten der Vergangenheit an und insgesamt schienen die Versuche sich ein konservativeres Profil zu verpassen recht erfolgreich zu sein. Nachdem die Kandidatur von Cem Özdemir auf den Fraktionsvorstitz bereits für ärger im Paradies gesorgt hatte, setzt die niedersächsische Landesvorsitzende der Grünen Anna Kura nun einen drauf.

Nach Gütersloher Vorbild soll nun das „Luftballon steigenlassen“ auf öffentlichen Veranstaltungen verboten werden. Diese Maßnahme stellt zwar noch keinen entscheidenden Eingriff in die persönliche Freiheit dar, zeigt aber die verquere Prioritätensetzung der Partei. Schuld an der Vernichtung unserer Umwelt sind nicht die immer weiter ausufernde Produktion an immer schneller kaputtgehenden Autos, Klamotten, Smartphones oder anderen Elektrogeräten. Auch nicht die zunehmend perverser werdende Landwirtschaft oder das Fehlen von Konzepten für die Post-CO² Gesellschaft. Das Problem sind wiedermal Luftballons und Strohhalme.

Als Moralapostel empfiehlt es sich stets erstmal vor der eigenen Tür zu kehren, bevor man anderen Vorschriften macht. Erstmal Luftballons aus dem eigenen Onlineshop nehmen und dann anderen Vorschriften machen. Doch selbst dann trägt ein fahrscheinloser Nahverkehr und eine deutliche Erhöhung von Garantiefristen für Technik deutlich mehr zum Umweltschutz und Wohlbefinden bei als so ein quatsch.