Die Linksjugend Hannover auf dem der LMV in Braunschweig

Vom Harz bis ans Meer haben sich am letztes Wochenende Genoss*innen auf den Weg nach Braunschweig gemacht. Grund dafür war unsere 2. halbjährliche Landesmitgliederversammlung (kurz LMV) und somit auch die Wahl eines neuen Landessprecher*innenrates. Die LMV ist das höchste Gremium der Jugendorganisation auf Landesebene und daher mit einem Parteitag vergleichbar.

Eröffnet wurde die LMV von Dietmar Bartsch, der uns als Fraktionsvorsitzender in Berlin vertritt und mit uns über die anstehenden Wahlen in Ostdeutschland diskutiert hat.

Der zweite Tag stand dann ganz im Zeichen thematischer Arbeit. Zahlreiche inhaltliche Anträge wurden behandelt und insbesondere der von Lea ins Leben gerufene LAK Umwelt und Soziales hat dem Landesverband ein noch stärker ökologisches Profil verpasst.

Zum ersten Mal in der Geschichte unseres Verbands wurde ein Leitantrag formuliert, der die thematischen Schwerpunkte und Zielsetzung für die nächsten 12 Monate beschrieben hat. Eine engere Zusammenarbeit mit Gewerkschaften ist ebenso Kern unseres Handelns wie ein entschiedener Einsatz für Seenotrettung und der Umwelt- und Klimaschutz.

An dieser Stelle wollen wir uns für die Organisation der LMV bei der Basisgruppe aus Braunschweig und insbesondere bei Jamila bedanken. Als scheidendes Mitglied im LRP*R hat sie nochmal eine sehr gute LMV und das beste Buffet der Verbandsgeschichte auf die Beine gestellt.

Die thematischen Workshops am Samstag haben sich mit ökologischem Sozialismus und den negativen und positiven Aspekten der DDR Geschichte beschäftigt. Gesprochen haben Agnes die als Mitglied des Landesvorstands der Partei und Friedensaktivistin bekannt ist und Hubertus Zdebel aus der Bundestagsfraktion und dort für Umweltpolitik zuständig.

Dem Diskussionsklima war anzumerken, dass alte Grabenkämpfe inzwischen endgültig überwunden wurden und obwohl es kontroverse Diskussionen gab waren alle Entscheidungen der MV für alle anwesenden trag und vertretbar. Häufig wurden im Gespräch Kompromisse gefunden.

Den ersten von der Basis direkt gewählten Landesvorsitzenden Ann-Christin Huber und Felix Mönkemeyer gratulieren wir natürlich herzlich. Gleiches gilt für Salim Hameed und Maximilian Schulz, die in ihren Positionen als Schatzmeister und dessen Stellvertreter bestätigt wurden.

Den Landessprecher*innenrat vervollständigen Lea B, Lena, Li-Ming, Tilman, Fabian und Lea Sankowske aus Hannover, die auf der quotierten Liste das beste Ergebnis erreicht hat.

Ebenso wichtig wie alle Wahlen und beschlossenen Anträge sind jedoch aus unserer die an diesem Wochenende geschlossenen Freundschaften denn schließlich sind Sympathie und Vertrauen die Wurzeln für langfristiges politisches Engagement.

Earth overshoot Day 2019

Montag ist es soweit. Nachdem Deutschland seine natürlichen Ressourcen, die es eigentlich im Jahr höchstens verbrauchen darf, schon bis zum 3. Mai verbraucht hatte, sind die Ressourcen, die der gesamten Welt zu Verfügung standen, am kommenden Montag verbraucht. Der sogenannte „Earth Overshoot Day“ ist dieses Jahr am 29.07, zwei Tage früher als letztes Jahr.

Konkret heißt das also: ab Dienstag verbrauchen wir Ressourcen, die uns nicht zustehen, Ressourcen, die der Planet kaum bis gar nicht regenerieren kann. Was jetzt von uns verbraucht wird, wird kommenden Generationen fehlen.

Um auf dieses große Problem aufmerksam zu machen, veranstaltet ein buntes Bündnis von ökologisch ausgerichteten, politischen Jugendorganisationen eine Mahnwache in der Innenstadt Hannovers. Gemeinsam mit FridaysforFuture Hannover, den StudentsforFuture, dem Wissenschaftsladen, der Bundjugend, extinction rebellion, Janun, den Jusos und der Grünen Jugend veranstalten wir Montag eine 24 stündige Mahnwache am Opernplatz. Dort wird es einige Infostände geben, sowie den gesamten Tag über viele großartige Aktionen.

Vom 28. bis zum 30. werden wir in Gemeinschaftszelten übernachten, ab 8 Uhr beginnen wir mit den Aktionen am 29.! Um 17 Uhr soll es dann eine Menschenkette durch die Innenstadt geben.

Alle Veranstaltungen sind öffentlich und werden erst groß durch euch, also kommt bitte vorbei!

Lasst uns gemeinsam für eine faire Zukunft kämpfen!!

keine Atomwaffen in Deutschland!

In Büchel vor dem Fliegerhorst ist wie jedes Jahr eine wochenlange Mahnwache. Vom 26. März bis zum 9. Augst gibt es ein Camp auf der Wiese genau vor dem Haupteingang des Fliegerhorst. Anfang Juli gab es ein Aktionsfestival und Sitzblockaden, an denen wir teilgenommen haben.

Aber, wieso Büchel?

Auf dem Bundeswehrstützpunkt in Büchel liegen 20 amerikanische Atomwaffen,  jede einzelne mit einer Sprengkraft von etwa 50 Kilotonnen. Im Vergleich dazu, die Atombombe die Hiroshima zerstörte und knapp 80.000 Menschen das Leben kostete, hatte eine Sprengkraft unter 15 Kilotonnen. Jede einzelne Atombombe vor Ort kann also mehr als das dreifache an Schade anrichten.

Die Bundesregierung selbst gibt keine Infos preis, weder an den Bundestag,  noch offiziell an die Bevölkerung, obwohl es uns doch betrifft. Weltweit gab und gibt es ständig Unfälle und Fehlmeldungen im Umgang mit Atomwaffen, die uns Menschen, unser Überleben und unsere Umwelt gefährden.

Die Bomben sollen dort seit dem Kalten Krieg lagern und nun wahrscheinlich auch noch aufgerüstet werden.

Möglich ist dies alles durch die sogenannte „nukleare Teilhabe“, die es Nato Mitgliedern möglich macht, in anderen Ländern ihre Atomwaffen zu lagern.

Parteien wie Die Linke und die Grünen verlangen seit Jahren, dass Deutschland endlich atomwaffenfrei wird, genau wie das internationale Bündnis ICAN, das 2017 sogar den Friedensnobelpreis bekam. Sogar Teile von FDP und SPD sprachen sich gegen den Verbleib der Atomwaffen hier aus, erreicht werden konnte bisher jedoch nichts.

Vom 06 . bis 08. Juli campten wir gemeinsam mit einigen ICAN Gruppen, einer Delegation von Amerikaner*innen, Bewohner*innen und vielen Anderen.

Am Sonntag den 07. Juli gab es dann das große Aktionsfestival, zu dem noch einige Kirchengruppen und Aktivist*innen aus ganz Deutschland, Frankreich und Belgien auf das Gelände kamen. Morgens begann es mit einem Gottesdienst, gesprochen von Margot Käßmann. Außerdem gab es den ganzen Tag ein buntes Programm voll von Musik, Theaterstücken und Gedichten. Am Rande des Festivals hatten verschiedene NGOs ihre Infostände aufgebaut und wir als Linksjugend‘ solid haben auch Infomaterialien und Sticker verteilt.

Zudem gab es den ganzen Tag vielfältige Protestaktionen, vom Bomben- Ballett, über Kreide Aktion, bis hin zu Schweigeminuten und viele Fahnen und Schilder, die rund um den Stützpunkt verteilt wurden.

Montag ging es zwar mit weniger Aktivist*innen, aber mit ähnlich viel Kreativität weiter. Morgens um 8 Uhr wurden verschiedene Eingänge des Stützpunktes besetzt, unter anderem auch der Haupteingang. Dort wurden die Tore auch noch mit Wolle eingewickelt, sodass diese selbst nach Beendigung der Sitzblockaden erst wieder befreit werden musste. Das Haupttor konnte aber auch bis weit nach 13 Uhr besetzt werden, womit das eigentliche Ziel von 10 Uhr weit übertroffen wurde.

Die nächsten Wochen werden die Proteste in Büchel weiterlaufen und irgendwann hoffentlich werden auch diese Atomwaffen endlich verschwinden. Denn statt das Wettrüsten von Russland, China und USA zu unterstützen, sollte Deutschland endlich raus aus der NATO und lieber Friedenspolitik statt Rüstungspolitik betreiben.

Klimanotstand – Grüne stimmen für „weiter so“ beim Klimaschutz

800 Demonstrant*innen hatten sich heute vor dem Rathaus zusammengefunden, um ein entschlossenes Zeichen für den Klimaschutz einzufordern. Nach Kiel hätte Hannover die zweite Landeshauptstadt und bisher größte deutsche Stadt werden können, die den Klimanotstand ausruft und damit den Klimaschutz zu einer zentralen Priorität für ihr Handeln erklärt. Schlussendlich kam es jedoch anders.

Der gemeinsame Antrag der Linken und Piraten in der Regionsversammlung wurde mit Stimmen der SPD, FDP und Grünen in den Ausschuss verwiesen. Damit wurde das Thema Klimaschutz in Hannover für die nächsten drei Monate auf die lange Bank geschoben. Ganz offensichtlich wird hier gehofft, dass die Klimabewegung wieder einschläft und vielleicht wird auch auf ein frühes Ende des Sommers gehofft. Das Ergebnis der Abstimmung zeigt, dass über Lippenbekenntnisse hinaus von den anderen Fraktionen der Regionsversammlung kein aktives Handeln zu erwarten ist.

Während die Grünen aus Bündnistreue zu SPD und FDP gegen den Antrag zum Klimanotstand stimmten, zeigt die Linke, dass sie der parlamentarische Arm der Klimabewegung ist. Die Annahme des Antrags hätte dazu führen können, dass alle Beschlüsse der Stadt unter Klimavorbehalt gestellt werden. Dieser wäre im Zweifel auch einklagbar gewesen.

Die Regionsversammlung übernimmt damit die Forderung der Klimawandelleugner von KlimaKontroverse.de, die gegen den Antrag der Linken und Piraten geworben hatten und die Sonne als maßgebliche Kraft hinter dem Klimawandel bezeichnen. Der Kampf für Klima und Generationengerechtigkeit auf der Straße geht weiter doch für echte Veränderung brauchen wir einen Wandel und neue Mehrheiten in den Parlamenten.

TAZ zum Antrag der Linken im Stadtrat:
http://www.taz.de/Kommentar-Klimanotstand-in-Staedten/!5596786/

Forderungen der Partei die Linke zum Klimaschutz:
https://www.die-linke.de/start/nachrichten/detail/5-punkte-fuer-linken-klimaschutz/

KlimaKontroverse.de ruft auf den Antrag abzulehnen:
https://hallolindenlimmer.de/klimakontroverse-de-antrag-klimanotstand-ablehnen-miteinander-reden/

HAZ zum Klimanotstand in Hannover:
https://www.neuepresse.de/Hannover/Meine-Stadt/Region-Hannover-Ausschuss-diskutiert-Klimakrise

Mietendeckel in Berlin – Wie man Miethaie zu Fischstäbchen verarbeitet

Katrin Lompscher, Bausenatorin von Berlin

Das von Bausenatorin Katrin Lompscher (Die Linke) geleitete Ministerium für Stadtentwicklung hat sich vor einer Woche einen wegweisenden Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht. Vorgestellt wurde ein nach nationalem Maßstab bisher einzigartiges Gesetz, dass Vermietern für die nächsten 5 Jahre verbieten soll Mieten über die Inflation hinaus zu erhöhen. Das Gesetz würde in Berlin die Bewohner rund 1,4 Millionen Mehrfamilienhäusern vor Mieterhöhungen schützen.

Ausgenommen sind lediglich Einfamilienhäuser und noch nicht gebaute Wohnungen ohne Sozialbindung. Liegen Bestandsmieten deutlich oberhalb der Mietobergrenze, können Mieter*innen einen Antrag auf Absenkung stellen. Fällt die amtliche Überprüfung positiv aus, wird die Miete auf die zulässige Obergrenze abgesenkt. Zuwiderhandeln wird mit Geldbußen in Höhe von 500.000 Euro bestraft. Auch nach dem Ende des Mietmoratoriums dürfen Mieten nicht um mehr als 50 Cent pro m² erhöht werden. Mieterhöhungen im Zusammenhang mit Sanierungen sind bei der Stadt anzuzeigen und genehmigungspflichtig.

Genau vier Jahre nachdem die wirkungslose Mietpreisbreme auf Bundesebene in Kraft getreten ist, gibt es nun eine echte und wirkungsvolle Mietpreisbremse. Seitdem der Gesetzesentwurf veröffentlicht wurde, hat die Aktie der deutschen Wohnen, der in Berlin etwa 115.000 Wohnungen gehören, 15% ihres Wertes verloren. Dieses Gesetz ist eine direkte Folge aus der Mieter*innenbewegung, die unter anderem die Enteignung der deutschen Wohnen gefordert hat. Auch in anderen Bundesländern mit Linker Beteiligung wird nun über die Einführung einer ähnlichen Mietpreisbremse gesprochen. Außerdem fordern die Bürgermeister von München und Frankfurt bereits ihre Landesregierungen auf es Berlin gleichzutun.

Der Lobbyverband der Vermieter „Haus und Grund“ empfiehlt nun die Mieten noch bis zum 17.06 zu erhöhen. Dieses abstoßende Verhalten zeigt, dass den großen Vermietern ihre Rendite wichtiger ist als das wohl der Mieter. Wir hoffen, dass das Gesetz am nächsten Montag in dieser Form beschlossen wird und noch viel mehr, dass dieses Beispiel Schule macht, denn faire Mieten brauchen wir nicht nur in Berlin, sondern in ganz Deutschland.

Pressemitteilung der Fraktion zum Gesetzesentwurf:
https://www.linksfraktion.berlin/themen/th/mieten-und-wohnen/mietendeckel/

RBB – zum Gesetzesentwurf:
https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/06/mietendeckel-berlin-reaktionen-immobilien-aktien.html

BZ-Berlin – zum Wohnungsbestand der deutschen Wohnen in Berlin:
https://www.bz-berlin.de/berlin/diesen-zehn-berliner-vermietern-droht-die-enteignung

Bild – zu den Plänen anderer Städte nachzuziehen:
https://www.bild.de/regional/berlin/berlin-aktuell/mietendeckel-geplant-wahnsinnsplan-gegen-berliner-mietenwahnsinn-62439634.bild.html

Proletarier*innen aller Länder vereinigt euch!

Mehr als 8.000 LGBTI* Personen und Sympathisanten haben am vergangenen Wochenende gemeinsam den 11 Christopher Street Day in Hannover gefeiert. Dieses aus dem mutigen Kampf der LGBTI*-Community gegen Unterdrückung und Gewalt entstandene Fest gehört inzwischen zur Seele der progressiven und linken Bewegung. Gemeinsam mit dem SDS-Hannover und der Linksjugend [’solid] Niedersachsen hatten wir dort einen gut besuchten Infostand an dem wir duzende Bananen und hunderte Kondome verteilt haben.

Dass es auch im 2. Jahr nach der Öffnung der Ehe auf dem Weg zu vollständiger Gleichberechtigung noch viel zu tun gibt, zeigt das aktuell von Gesundheitsminister Spahn angestrebte Verbot der Konversionstherapie. Trotz der offenen und positiven Stimmung erinnern die Vorkommnisse rund um das Datum des diesjährigen CSD in Hannover mehr an die dunklen Anfänge der LGBTI*-Bewegung. In der Nacht von Sonntag auf Montag waren in Berlin und London lesbische Paare zuerst homophob beleidigt und anschließend brutal geschlagen worden.

Die LGBTI*-Bewegung steht mehr als alles andere von Natur aus für eine offene und bunte Gesellschaft und als Freunde dieser Bewegung verurteilen wir jede Anfeindung und erst recht körperliche Gewalt aufs schärfste. Wir feiern gemeinsam und wir kämpfen gemeinsam.

Gemeinsam sind wir stärker!

CSD Hannover:
https://www.hannovercsd.de/

Angriff aus lesbisches Paar in London:
https://www.derwesten.de/panorama/london-attacke-lesbisches-paar-in-bus-blutig-geschlagen-grund-macht-fassungslos-homosexuell-id225990547.html

Angriff aus lesbisches Paar in Berlin:
https://www.morgenpost.de/vermischtes/article226059067/Nach-London-Lesbisches-Paar-in-Berlin-brutal-attackiert.html

brutales Eingreifen der Wiener Polizei

wie in vielen anderen europäischen Städten fanden zuletzt auch in Wien Demonstrationen für eine generationengerechte Klimapolitik statt. Nachdem die Aktivist*innen die Straße „Wiener Ring“ besetzt hatten, ging die Polizei teilweise auf brutalste Art und Weise vor. So wurden knapp einhundert Aktivist*innen festgenommen und auf einen gefesselt am Boden liegenden Demonstranten mehrfach eingeschlagen. Aus Richtung der Polizisten war immer wieder der Ruf „in die Nieren“ zu hören während eine Demonstrantin auf die Polizisten einredete.

Bildausschnitt der Scheinhinrichtung eines Aktivisten

Später wurde ein weiterer Demonstrant mit dem Kopf direkt vor den Reifen eines Polizeiautos abgelegt. Kurz darauf fuhr der Fahrer auf Handzeichen des Polizisten los. Grade rechtzeitig ziehen die Beamten den Kopf vor dem Reifen weg und das Auto stoppt. Dieser Vorfall wurde von der Polizei abgestritten, bis mehrere Videoaufnahmen im Netz aufgetaucht sind. Nun will man weitere Vorfälle dieser Art verhindern indem sie das Ergebnis der Evaluierung in die Einsatztaktik und das Einsatztraining einfließen lassen. Inzwischen wird von einem Versehen gesprochen. Disziplinarische Maßnahmen haben die beteiligten Beamten wohl nicht zu befürchten.

Selbst wenn man dieser Argumentation folgen möchte ist klar, dass durch solch brutales agieren gegen Demonstrant*innen ein Klima der Angst auf Demonstrationen geschürt wird. Wer könnte es nach solchen Bildern besorgten Eltern verübeln wenn sie ihren Kindern die Teilnahme an Demonstrationen verbieten. Trotzdem und grade deshalb müssen wir den Druck auf die Polizei hochhalten. Die beteiligten Polizisten haben bewiesen, dass sie nicht mit solchen Stresssituationen umgehen können und gehören vom Dienst ausgeschlossen. Für solches Verhalten gibt es keine Entschuldigung.

Video Polizeigewalt:
https://youtu.be/1Y7Ezb_rx8E

Video Scheinhinrichtung:
https://youtu.be/HvUQzjfmIpo

Polizeistatement zum Einsatz:
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20190531_OTS0122/strafbare-handlungen-und-festnahmen-bei-klimademonstrationen

Polizeistatement vor dem Beweisvideo:
https://twitter.com/LPDWien/status/1136146066968109056

Polizeistatement nach dem Beweisvideo:
https://twitter.com/LPDWien/status/1135881306355769347

TAZ zu den Vorfällen in Wien:
http://www.taz.de/Polizeigewalt-bei-Klimademo-in-Wien/!5600985/

Scheinhinrichtung Definition:
https://de.wikipedia.org/wiki/Scheinhinrichtung

NPOG – Die Freiheit stirbt mit Sicherheit

Vergangene Woche hat die niedersächsische Landesregierung, aller verfassungsrechtlichen Zweifel zum Trotz, das neue niedersächsische Polizei- und Ordnungsgesetz kurz NPOG verabschiedet. Trotz stetig zurückgehender Kriminalität und steigender Aufklärungsraten hatte bereits die rot-grüne Landesregierung 2017 mit einer Verschärfung des Polizeigesetzes begonnen, war aber wegen des vorzeitigen Koalitionsbruch nicht in der Lage gewesen ihr Vorhaben zu Ende zu führen.

Ein Jahr lang haben sich Sicherheitspolitiker*innen der CDU und SPD, darunter viele ehemalige Polizist*innen, eingeschlossen und das mächtigste Polizeigesetz auf niedersächsischem Boden seit 1945 erarbeitet. Unter dem Vorwand Terrorismus und Internetkriminalität begegnen zu können wurde Polizist*innen die Möglichkeit gegeben allein auf Basis von Verdacht und ohne Anklage bis zu 35 Tage Unterbindungsgewahrsam zu verordnen. Dazu kommt die Möglichkeit wegen des Verdachts auf Begehung einer von dutzenden Straftaten, unbemerkt einen Überwachungstrojaner auf dem Endgerät des „Verbrechers“ zu installieren. Dieser soll künftig dazu dienen, Bewegungsprofile zu erstellen und den Aufenthaltsort sowie die private Kommunikation der „Verdächtigen“ in Echtzeit auszuwerten.

Hier wurden nicht wie vom Innenminister beschrieben „bestehende Gesetze in den Digitalen raum erweitert“, sondern vollkommen neue Überwachungsbefugnisse geschaffen, die die Stasi vor Neid erblassen ließen. Wer zur falschen Zeit am falschen Ort ist kann, ohne dass er überhaupt davon mitbekommt, in den Verdacht geraten eine Straftat begangen zu haben. Dies rechtfertigt künftig sogar die Überwachung der eigenen vier Wände und so erhobene Daten dürfen bis zu zwei Monate lang aufbewahrt werden.

Dem unermüdlichen Einsatz von über 100 Bündnispartner*innen, den zahlreichen kritischen Jurist*innen und den Zehntausenden Demonstrant*innen ist es zu verdanken, dass es nicht noch schlimmer gekommen ist. Die Ursprünglich geplanten 74 Tage Präventivhaft wurden abgewendet genau wie noch weitergehende Befugnisse zur Überwachung im privaten Umfeld. Noch immer ist im höchsten Maße unklar, ob das Gesetz Verfassungskonform ist, weshalb einige der im Landtag vertretenen Fraktionen eine Verfassungsklage gegen das Gesetz einleiten wollen. Selbstverständlich unterstützen wir diese Bemühungen!

Das allein wird jedoch nicht reichen um diesen Eingriff in unsere Freiheitsrechte rückgängig machen zu können. Bei der nächsten Landtagswahl müssen wir eine Neuauflage der großen Koalition verhindern um zusammen mit den progressiven Kräften im Parlament eine Verbesserung erreichen zu können. Hierfür brauchen wir eine starke Linke im niedersächsischen Landtag.

Kämpft mit uns für den Wiedereinzug und gegen eine Politik, die verdachtsunabhängige Überwachung ihrer Bürger*innen zum Gesetz macht. Denn Freiheit stirbt mit Sicherheit.

Rückblick April

Ein bunter April voll von Demonstrationen, Kundgebungen und anderen Aktionen liegt hinter uns.
Am Donnerstag haben wir mit verschiedenen Jugendorganisationen wie den Jusos Bezirk Hannover und den SJD – Die Falken Bezirk Hannover vor einem Wahlkampfseminar der AFD in Vahrenwald demonstriert. Drinnen war neben der AFDler*innen genau ein Zuschauer, während wir draußen bei guter Musik und mit weitaus mehr Teilnehmer*innen bestimmt viel mehr Spaß hatten 🙂

Am Samstag begann der Tag dann erstmal mit dem Friedensmarsch Hannover. Wie immer mobilisierten die Linke, der SDS Hannover und auch wir dazu und hatten auch einen Redebeitrag. Bei strahlendem Sonnenschein lief die Demo mit über 600 Teilnehmer*innen durch die Innenstadt.
Gegen 12Uhr ging es von der Friedensdemo dann zur Demo gegen die NPD. Mit einiger Verspätung kamen die Rechtsradikalen dann an und waren gerade genug, um ihre dämlichen Banner zu halten.
Die Gegendemo hingegen war gut besucht mit mehreren hundert Antifaschist*innen. Ziemlich schnell verschwanden die NPDler wieder und fuhren unter Polizeischutz weg.

Unter Polizeischutz verließ dann auch die AFD später Hannover. Denn nach Beendigung der Demo bewegten sich viele in Richtung Kröpcke, wo gerade die AFD ihren Infostand abbaute. Auch hier wurde deutlich was man von Rechten, Rechtsradikalen und Faschisten hält.
„Es gibt kein Recht auf Nazipropaganda“ war eindeutig der Spruch des Tages.
Hannover hat sich an diesem Samstag deutlich positioniert; für Frieden und Abrüstung, gegen Nazis und Faschisten!

Am Nachmittag hat sich dann ein neuer Arbeitskreis der Linksjugend ’solid Niedersachsen gegründet- LAK Umwelt und Soziales. Nach einigen Stunden stand dann auch das Positionspapier und für die nächsten Monate fest. Dem LAK folgen kann man auf Instagram schon folgen, die Facebook Seite folgt noch.