keine Atomwaffen in Deutschland!

keine Atomwaffen in Deutschland!

In Büchel vor dem Fliegerhorst ist wie jedes Jahr eine wochenlange Mahnwache. Vom 26. März bis zum 9. Augst gibt es ein Camp auf der Wiese genau vor dem Haupteingang des Fliegerhorst. Anfang Juli gab es ein Aktionsfestival und Sitzblockaden, an denen wir teilgenommen haben.

Aber, wieso Büchel?

Auf dem Bundeswehrstützpunkt in Büchel liegen 20 amerikanische Atomwaffen,  jede einzelne mit einer Sprengkraft von etwa 50 Kilotonnen. Im Vergleich dazu, die Atombombe die Hiroshima zerstörte und knapp 80.000 Menschen das Leben kostete, hatte eine Sprengkraft unter 15 Kilotonnen. Jede einzelne Atombombe vor Ort kann also mehr als das dreifache an Schade anrichten.

Die Bundesregierung selbst gibt keine Infos preis, weder an den Bundestag,  noch offiziell an die Bevölkerung, obwohl es uns doch betrifft. Weltweit gab und gibt es ständig Unfälle und Fehlmeldungen im Umgang mit Atomwaffen, die uns Menschen, unser Überleben und unsere Umwelt gefährden.

Die Bomben sollen dort seit dem Kalten Krieg lagern und nun wahrscheinlich auch noch aufgerüstet werden.

Möglich ist dies alles durch die sogenannte „nukleare Teilhabe“, die es Nato Mitgliedern möglich macht, in anderen Ländern ihre Atomwaffen zu lagern.

Parteien wie Die Linke und die Grünen verlangen seit Jahren, dass Deutschland endlich atomwaffenfrei wird, genau wie das internationale Bündnis ICAN, das 2017 sogar den Friedensnobelpreis bekam. Sogar Teile von FDP und SPD sprachen sich gegen den Verbleib der Atomwaffen hier aus, erreicht werden konnte bisher jedoch nichts.

Vom 06 . bis 08. Juli campten wir gemeinsam mit einigen ICAN Gruppen, einer Delegation von Amerikaner*innen, Bewohner*innen und vielen Anderen.

Am Sonntag den 07. Juli gab es dann das große Aktionsfestival, zu dem noch einige Kirchengruppen und Aktivist*innen aus ganz Deutschland, Frankreich und Belgien auf das Gelände kamen. Morgens begann es mit einem Gottesdienst, gesprochen von Margot Käßmann. Außerdem gab es den ganzen Tag ein buntes Programm voll von Musik, Theaterstücken und Gedichten. Am Rande des Festivals hatten verschiedene NGOs ihre Infostände aufgebaut und wir als Linksjugend‘ solid haben auch Infomaterialien und Sticker verteilt.

Zudem gab es den ganzen Tag vielfältige Protestaktionen, vom Bomben- Ballett, über Kreide Aktion, bis hin zu Schweigeminuten und viele Fahnen und Schilder, die rund um den Stützpunkt verteilt wurden.

Montag ging es zwar mit weniger Aktivist*innen, aber mit ähnlich viel Kreativität weiter. Morgens um 8 Uhr wurden verschiedene Eingänge des Stützpunktes besetzt, unter anderem auch der Haupteingang. Dort wurden die Tore auch noch mit Wolle eingewickelt, sodass diese selbst nach Beendigung der Sitzblockaden erst wieder befreit werden musste. Das Haupttor konnte aber auch bis weit nach 13 Uhr besetzt werden, womit das eigentliche Ziel von 10 Uhr weit übertroffen wurde.

Die nächsten Wochen werden die Proteste in Büchel weiterlaufen und irgendwann hoffentlich werden auch diese Atomwaffen endlich verschwinden. Denn statt das Wettrüsten von Russland, China und USA zu unterstützen, sollte Deutschland endlich raus aus der NATO und lieber Friedenspolitik statt Rüstungspolitik betreiben.