Tag der Arbeit – Ausbildung retten

Auszubildende sind wegen Corona zurzeit in dreifacher Hinsicht benachteiligt. Viele von ihnen sind in Kurzarbeit oder können die Schulen nicht besuchen. Noch größere Probleme haben Azubis, die sich auf ihre Abschlussprüfungen vorbereiten. Sie haben zurzeit keine Chance, sich zu Lerngruppen zu treffen, Vorbereitungskurse zu besuchen, und verlieren im schlimmsten Fall mehrere Monate praktische Erfahrung vor ihren Abschlussprüfungen. Wir begrüßen in diesem Kontext die Entscheidung einiger IHKs, die Abschlussprüfungen weit nach hinten zu verschieben oder sogar abzusagen. Doch selbst wenn der oder die Auszubildende seinen Abschluss dieses Jahr mit guten Noten erhält, hat er oder sie kaum eine Chance einen Job zu bekommen. 10.000.000 Erwerbstätige, was fast einem Viertel aller Arbeitnehmer*innen entspricht, sind in Kurzarbeit und 300.000 haben schon ihren Job verloren. Die wenigsten Azubis werden unter diesen Umständen von ihren Betrieben übernommen. Ähnlich geht es Schüler*innen, die bereits für den Herbst einen unterschriebenen Ausbildungsvertrag in der Tasche hatten. In den meisten Fällen machen Betriebe von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch, weshalb sie ihre Ausbildungen im Herbst gar nicht erst antreten können. Grade hier brauchen wir einen handlungsfähigen Staat. Gehälter von neuen Auszubildenden müssen voll übernommen werden. Außerdem fordern wir die Übernahme der ersten 3 vollen Gehälter nach der Ausbildung, falls der Betrieb den Auszubildenden unbefristet übernimmt.