Bericht zur Demo am 13.11.2020 „Querdenken“ blockieren

Am Freitag den 13.11.2020 versammelten sich, nach Leipzig und anderorts, auch in Hannover Coronaleugnerinnen und Verschwörungstheoretikerinnen auf dem Opernplatz. Als Reaktion auf die Coronaleugnerinnen hat die Linksjugend zusammen mit dem Bündnis „Auf die Plätze Hannover“ eine Gegendemo am Holocaust Mahnmal organisiert. Redner waren unter anderem Lars Leopold von den Linken. Im Gegensatz zur Linksjugend haben die Veranstalter der Demo gegen die Coronamaßnahmen sich in keiner Weise um ein Hygienekonzept bemüht. Wie zu erwarten haben die Teilnehmer der Demo weder einen Mund-Nasen-Schutz getragen noch die Abstände eingehalten. Jedoch sah die Polizei keinen Anlass die Demonstration aufzulösen. Nachdem nun erneut viele Geschäfte, Bars und Restaurants schließen müssen, lassen viele Städte es zu, dass Tausende Coronaleugnerinnen sich ungestört versammeln können. So kann nachvollziehbare Politik nicht aussehen. Ja, das Demonstrationsrecht ist einer der wichtigsten Pfeiler einer gut funktionierenden Demokratie. Jedoch darf die Wahrnehmung dieses Rechts nicht zur Gefährdung der Gesundheit zahlloser Bürger*innen führen. Und natürlich sind die Ängste und Befürchtungen vieler Mitmenschen in Zeiten einer Pandemie häufig gut begründet. Verharmlosung und Leugnung kann jedoch in keinem Fall die Lösung sein.

Pressemitteilung zu den Demonstrationen auf dem Opernplatz am 13.11

Am heutigen Freitag kam der sogenannte Corona-Infobus mit dem »Arzt« Bodo Schiffmann und »Rechts«-Anwalt Samuel Eckart auf den hannoverschen Opernplatz. Das Bündnis „Auf die Plätze“ hat spontan zu einer Gegendemo aufgerufen, die wir als Linksjugend Hannover mitorganisiert haben. Mit vielen Hygienevorkehrungen haben wir den Protest organisiert und durchgeführt. Ganz anders als die ‚Querdenker‘. Dort trug fast niemand Masken und es gab dichtes Gedränge vor dem Bus, niemand hielt Abstände ein – Trotz der rasant steigenden Corona-Zahlen, trotz rasant ansteigender Todeszahlen, trotz ‚Lockdown light‘. Die Polizei hat dies fast gar nicht kommentiert und auch nicht eingegriffen. Lea Sankowske, Sprecherin der Basisgruppe Hannover und Mitorganisatorin der Gegendemo sagt dazu: „Nachdem in Leipzig schon die Polizei weder die geltende Abstands- und Maskenpflicht durchgesetzt hat, gab es die Hoffnung, dass die Polizei daraus gelernt hat. In Hannover hat sich gezeigt, dass dem nicht so ist. Entweder will die Polizei das nicht durchsetzen oder sie kann es wirklich nicht, so oder so, ist das ein Versagen der Polizei. Denn Verschwörungstheoretiker und Aluhut-Träger nutzen genau unsere grundgesetzlich verbriefte Meinungs- und Versammlungsfreiheit, um ihre wirren Thesen und ihre Aerosole ungeschützt zu verbreiten.“Lars Leopold, Landesvorsitzender der niedersächsischen LINKEN hat auf der Gegendemo eine Rede gehalten. In seiner Rede kritisiert er die Politik der Bundesregierung, macht aber deutlich: „Wir müssen uns und unsere Mitmenschen schützen. Und das geht mit Abstand am besten! Deshalb tragen wir lieber eine Maske vor Nase und Mund als ein Brett vor’m Kopf! Als LINKE kritisieren wir natürlich einige Maßnahmen der Regierung – so etwa die Milliardensubvention für den massiven Stellenabbau bei der Lufthansa oder die ‚Kurzarbeiterspende‘ an Großkonzerne, die trotz angeblicher Schieflagen in der Corona-Zeit Milliarden-Dividenden an ihre Aktionäre ausschütten. Aber auch die katastrophalen Arbeitsbedingungen und die Ausbeutung der Beschäftigten in der Fleischindustrie! So kann das nicht weiter gehen! Selbstverständlich haben auch Verschwörungsschwurbler, Quartalsirre und Realitätsverleugner das Recht, im Rahmen von Demonstrationen mit und ohne Aluhut auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Allerdings müssen sie damit rechnen, dass sich ihnen Menschen entgegenstellen und ihre Ansichten als das zurückweisen, was sie sind: Gefährliche Leugnung von Fakten und Hetze gegen Menschen, die ihre spinnerten Ansichten nicht teilen!“Am 21.November ruft Querdenken wieder zu einer Demonstration nach Hannover auf. Auch dafür wird das Bündnis „Auf die Plätze“ wieder eine Gegendemo anmelden. Für kommende Versammlungen hoffen wir auf bessere Konzepte seitens der Polizei.

Der Verlust der Normalität

Mit einem Blick auf die letzte Dekade wird deutlich: Das politische Klima in Deutschland wandelt sich. Betrachtet man die letzten 5 Jahre so fällt auf, dass der politische Diskurs besonders durch zahlreiche Proteste nachhaltig beeinflusst wurde. Abgesehen von „Fridays for Future“ waren es vor allem die Gegenproteste, welche die Demonstrationslandschaft dominierten. Angefangen bei den Protesten gegen die Flüchtlingspolitik, über die Leugnung des menschgemachten Klimawandels, sind es heute die Coronamaßnahmen wogegen sich gerichtet wird. Welche Konsequenzen können wir bezogen auf linke Politik aus diesen Protesten ziehen und gibt es vielleicht einen Zusammenhang zwischen den Demonstrationen der letzten Jahre?

Den Anfang einer langen Protestkette machen die Demonstrationen gegen die Flüchtlingspolitik 2015. Bereits im Oktober 2014 gründete sich die Bewegung Pegida[1], die zusammen mit der AfD, der Hauptinitiator der damaligen Demos war und Tausende Menschen mobilisiert konnte[2]. „Merkel muss weg“-Schilder,  zahlreiche Deutschlandflaggen, sowie der Ausruf „Wir sind das Volk“ gehörten zum Bild der Aufmärsche von 2015. Dabei vermittelten die Demonstranten in ihrer Gesamtheit einen sehr homogenen Eindruck. Aus einer (annähernd repräsentativen) Studie der TU Dresden[3] geht hervor, dass das Durchschnittsalter auf Pegida-Demos bei rund 47 Jahren liegt. Von den Befragten waren 72% männlich, 28% weiblich. Dabei ordnet sich die überwiegende Mehrheit politisch mittig oder eher rechts ein. Umgangssprachlich könnte man sagen, dass der durchschnittliche Pegida-Anhänger dem Bild des „Alten weißen Mannes“ entspricht. Auch Klimawandelleugner können sich in der AfD bestätigt sehen. Selbst die obersten Köpfe der Partei streiten den menschgemachten Klimawandel, entgegen jeder wissenschaftlichen Befunde, ab[4].

Nun könnte man vermuten, dass die Homogenität auf den Corona-Demonstrationen 2020 erhalten bleibt. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die soziale Zusammensetzung scheint deutlich komplexer zu sein als 2015[5]. Peace- und Regenbogenflaggen wehen neben Deutschland- und Reichsfahnen. Esoteriker und Homöopathen marschieren neben Verschwörungstheoretikern und Rechtsextremen. Obwohl die so genannten „Hygiene-Demos“ deutlich „bunter“ gemischt sind, werden doch einige Parallelen zwischen den Corona-Demos und den Protesten gegen die Flüchtlingspolitik deutlich. So kann man den Hauptorganisator der meisten Corona-Demos, Querdenken 711, durchaus als Äquivalent zu Pegida verstehen. Beide Bewegungen nehmen letztlich die Rolle des Organisators ein und spiegeln den Demonstrationsinhalt wieder. Dabei unterscheiden sie sich jedoch inhaltlich. Was für Pegida Rassismus ist, ist für Querdenken Wissenschaftsfeindlichkeit. Eine weitere Parallele ist die Regierungsfeindlichkeit, die auf beiden Demos zum Ausdruck kommt. Auch auf den Corona-Demos, wie am 29.08, gehören „Wir sind das Volk“-Rufe und die Verspottung hochrangiger Politiker zum Demonstrationsbild[6].

Wie kann es trotz dieser Gemeinsamkeiten sein, dass die Corona-Proteste eine deutlich breite Gesellschaftsgruppe ansprechen? Die Antwort liegt im Zusammenhang aller Krisen der letzten Jahrzehnte. Flüchtlings-, Klima- und Coronakrise markieren das Ende der Normalität, wie wir sie kennen. Die Ausbeutung ganzer Kontinente, angefangen in der Kolonialzeit bis heute, das Jahrzehnte lange Schleudern von CO2 in die Atmosphäre, die Bereicherung an Kriegen durch Waffenexporte, sowie das Vorantreiben des Kapitalismus und die damit einhergehende Globalisierung fallen auf uns zurück. „Der Kapitalismus ist in einer chronischen Krise und laboriert an einer Überdosis von sich selbst.“[7] Der Verlust der Normalität äußert sich nun in einer Rebellion gegen die Realität und trifft dabei die gesamte Gesellschaft; genau wie die Corona-Pandemie.

Dabei scheint auch die Regierung den Ernst der Lage nicht erkannt zu haben. Das hat sie am Beispiel Klimapolitik bewiesen, als das von ihr beschlossene Klimapaket von mehreren Umweltverbänden scharf kritisiert wurde[8]. Damit stellt das „Klimapaket“ von 2019 nichts weiter als eine Ohnmachtserklärung der Regierung dar.

Was können wir aus dieser Erkenntnis über den Verlust der Normalität bezogen auf linke Politik folgern? Es ist und wird Aufgabe der Linken sein die Probleme unserer Zeit auszusprechen und auf den Tisch zu legen, die Gesellschaft und auch die an der Macht Sitzenden zu desillusionieren. Erst wenn die Krise tatsächlich als solche erkannt wird, kann effektiv gegen sie vorgegangen werden. Es müssen endlich die wichtigen Fragen angegangen werden. Wie ist das 1,5 Grad-Ziel (ernsthaft) zu erreichen und vor allem, welche Folgen sid mit den dafür nötigen Maßnahmen verbunden? Wie verhindert man also weiter aufkommende soziale Ungleichheit im Kampf gegen den Klimawandel? Wie kann es überhaupt Wohlstand für die gesamte Gesellschaft geben, wenn man immer einer noch größeren Perversion des Kapitalismus hinterherjagt? Erst wenn begriffen wurde, dass unter anderem diese Fragen einige der größten Probleme unserer Zeit behandeln, erst wenn der Verlust unserer heutigen Normalität akzeptiert wurde, können Folgekonzepte für eine Neue entwickelt werden.


[1]Pegida – Eine Protestbewegung zwischen Ängsten und Ressentiments (bpb.de, 2015)

[2]8000 Menschen protestieren gegen Flüchtlingspolitik (spiegel.de, 2015)

[3]    Was und wie denken PEGIDA-Demonstranten? Analyse der PEGIDA-Demonstranten am 25. Januar   2015,

       Dresden.Ein Forschungsbericht. (Prof. Dr. Werner J. Patzelt, 2015)

[4]Alexander Gauland leignet den Klimawandel – und beweist damit, dass er absolut keine Ahnung hat (spiegel.de, 2015)

[5]Agenten unserer Angst (zeit.de, 2020)

[6]Kampf um die Straße: Hyginedemo in Berlin (1/2) (Der Spiegel, youtube.de, 8:37)

[7]Blätter für deutsche und internationale Politik, Wolfgang Streek

[8]Das ist nicht unser Klimapaket (zeit.de, 2019)

die linksjugend Niedersachsen unterstützt den Wahlkampf zur Kommunalwahl in NRW

Vom 4-6. September waren wir mit 9 Genossinnen der linksjugend Niedersachsen in Köln, um unseren Genossinnen beim Kommunalwahlkampf zu helfen. Los ging es direkt am Freitag, nach knapp 3 ½ Stunden Autofahrt hatten wir kurz Zeit unsere Sachen im Ferienhaus abzulegen, um uns dann einer Fridays-For-Future Demo mit anschließender Podiumsdiskussion anzuschließen. Geklatscht wurde bei dieser Diskussion vor allem für unseren Gastgeber in Köln und Kandidat für DIE LINKE in Kerpen: Jan Schiffer. Am Abend haben wir dann noch besprochen wie die nächsten Tage geplant sind, uns connectet und zusammen Pizza gegessen, um am Samstag richtig mit dem Wahlkampf durchstarten zu können.
Am Samstag teilte sich unsere Gruppe gleich morgens auf, um an verschiedenen Standorten in Köln und Kerpen Flyer, Sticker, Wahlprogramme zu verteilen, bei Infoständen zu helfen und mit Leuten ins Gespräch zu kommen.

Grade in den Stadtteilen von Köln, in denen soziale Verwerfungen besonders deutlich erkennbar sind, ist die Wahlbeteiligung sehr niedrig. Aus diesem Grund haben wir uns vor allem dort bemüht, die Wähler*innen davon zu überzeugen am nächsten Sonntag von ihrem Wahlrecht gebraucht zu machen. Währenddessen hat eine andere Gruppe aber auch DIE LINKE.queer beim Wahlkampf in der Innenstadt unterstützt.

„die linksjugend und DIE LINKE bedankt sich für die eure tolle Unterstützung bei unserem Wahlkampf. “

Zum Abend hin trafen wur uns wieder alle, stärkten uns und machten uns dann geschlossen zu einem besonderen Infostand auf, ein Stand mit Wahlprogramm und freien Shots (natürlich alles in Rot). Durch dieses Format kamen wir besonders mit jüngeren Menschen ins Gespräch und konnnten viele von ihnen überzeugen nächstes Wochenende doch DIE LINKE zu wählen. Außerdem konnten wir mit den Genoss*innen aus Köln noch einen Neueintritt feiern.
Sonntag war dann auch schon unser letzter Tag in Köln, es wurde noch zusammen gefrühstückt und, auch wenn der Abschied schwerfiel, kurz vor Mittag losgefahren. Das ganze aber mit einigen tollen Erfahrungen und neuen Kontakten im Gepäck. Für viele von uns war es der erste richtige Wahlkampf. Für unsere Wahlkämpfe im nächsten Herbst, hat uns die linksjugend Köln bereits fest ihre Unterstützung zugesagt!

Podiumsdiskussion zu den Folgen des Klimawandels

„all die zur Eingrenzung des Klimawandels nötigen Maßnahmen, können wir nur umsetzen, wenn klar ist, dass die Rechnung dieses Mal gerecht verteilt wird. Das heißt, wir müssen die Reichen zur Kasse bitten.“

unter dem Titel „Klimawandel, Dürre, Mobilität … was ist zu tun?“ haben BOs aus dem Nordosten Hannovers zu einer Diskussion über die Folgen des Klimawandels eingeladen.
Nach kurzer Anmoderation durch Ingo Jäger hatte ich die Chance mit Zora Altensinger von Fridays for Future, Maxim Matthias von Extinction Rebellion, Dr. Thomas Köhler von Transition Town und Karsten Plotzki, der für uns im Bezirksrat sitzt, zu diskutieren.
Mir war dabei wichtig das Klimathema mit der sozialen Frage zu verknüpfen und konkrete Lösungen anzubieten. Die anschließende Diskussion hat gezeigt, dass wir in der Analyse der Ursachen und nötigen Schritte oft schon sehr nah beieinander sind. Damit diese in die Tat umgesetzt werden, brauchen wir aber Leute in den Parlamenten, die sich der Ernsthaftigkeit der Situation bewusst sind und bereit sind entsprechend zu handeln!

Protest gegen Verschwörungsideologien

Nach Berlin kommt Hannover:
Reichsbürger*innen rufen zu Großdemonstration auf

„Nach Berlin kommt Hannover“ war das Motto der Coronleugnerinnen und Querdenkerinnen, die für den 12. September nach Hannover zur Demonstration aufgerufen hatten. Nach den letzten Protesten in Berlin schien ihre Selbstsicherheit gestiegen zu sein, denn sie meldeten weit mehr Teilnehmende an, als dann tatsächlich kamen.
Für das stadteigene Bündnis gegen Verschwörungstheorien und Rechtsextremismus „Auf die Plätze“ habe ich die Versammlung an der Ecke des Waterloo Platzes angemeldet. Das Bündnis besteht aus vielen zivilgesellschaftlichen Gruppen, Gewerkschaften, Parteien, Jugendverbänden und Fridays for Future. Mit einem sorgfältig ausgearbeiteten Hygienekonzept konnten wir unsere Versammlung so sicher wie möglich für alle gestalten und trotzdem klare Kante gegen Verschwörungstheorien zeigen.

Im Gegensatz zu den Coronaleugner*innen übertrafen wir die angemeldete Teilnehmendenzahl deutlich und konnten fast 800 friedliche Demonstrantinnen am Waterlooplatz mobilisieren. Heidi Reichinnek hat für die Linke die Eröffnungsrede gehalten, gefolgt von Repräsentant*innen anderen Parteien und einem Seenotrettungskapitän. Spontan entschlossen wir uns noch eine Laufdemonstration zu starten und konnten daraufhin erfolgreich und laut durch die Stadt ziehen, während die „Querdenker*innen“ alle paar Meter angehalten wurden, weil sie nicht in der Lage wahren sich an die auferlegten Hygienemaßnahmen zu halten. Wir beendeten unsere Demonstration am Opernplatz, wo von u.a. den Omas gegen Rechts und dem Bündnis gegen Rechts eine Kundgebung angemeldet war und schlossen uns vor Ort noch an. Die Enttäuschung über die schwache Mobilisierung auf der Gegenseite war deutlich zu hören.

Tag der Arbeit – Gender Pay Gap zuschütten

Wenn ein Thema bei der Diskussion um gute und gerechte Arbeit nicht fehlen darf, dann ist es der Gender Pay Gap. Noch immer liegt der durchschnittliche Stundenlohn für Frauen 20% unter dem von Männern. Das obwohl Frauen in der Bildung mittlerweile mit den Männern gleichgezogen haben.Das hat mehrere Gründe: Zum einen fallen Frauen trotz Verbesserungen im Vergleich zu früher häufiger aus und können weniger Erfahrung sammeln und aufsteigen. Zum Beispiel ist die Kleinkindversorgung noch sehr ungleich verteilt, obwohl Männer sich genauso kümmern könnten. Dann arbeiten Frauen (oft mit ähnlichen Ursachen) öfter in schlechter bezahlter Teilzeit. Und schließlich darf die Überrepräsentation der Frauen in sogenannten Pflege- und Erziehungsberufen, auch genannt „soziale Berufe“ nicht fehlen. Diese zwar für die Gesellschaft absolut essentiellen Berufe schaffen in der kapitalistischen Logik keinen Profit und werden trotz der gewaltigen Leistungen miserabel bezahlt.
Was dann noch bleibt ist der sogenannte bereinigte Gender Pay Gap, der nicht einmal handfeste Gründe zu haben scheint und immernoch je nach Berechnung verlässlich Frauen 2-7% benachteiligt.

Die Rollenbilder und gesellschaftlichen Erwartungen drängen nach wie vor Männer und Frauen in unterschiedliche Richtungen. Erzieher*innen und Grundschullehrer*innen sind nach den Eltern die ersten, die unsere Kinder aufziehen, eine verantwortungsvolle und wichtige Arbeit. Trotzdem wird ein Mann in diesen Berufen immernoch häufig belächelt. Frauen stehen Männern in Sachen Intelligenz und Qualifikation nichts nach und dennoch werden Frauen in Führungspositionen oftmals nicht respektiert.

Was klingt wie Probleme aus dem letzten Jahrhundert ist noch lange nicht Vergangenheit. Um wirkliche Gleichberechtigung zu erreichen ist hier noch einiges an Arbeit nötig.
Also: Kinder von Rollenbildern befreien, soziale Berufe angemessen bezahlen und Gender Pay Gap zuschütten!

Tag der Arbeit – Werksvertrag oder Leiharbeit

4141415415

Aktuell werden Leiharbeiter wesentlich schlechter bezahlt als Festangestellte obwohl sie die oft die gleiche Arbeit machen. Dazu müssen sie durchgehend damit leben theoretisch von einen Tag auf den nächsten Nächsten entlassen zu werden. Diese aufgezwungene Flexibilität sollte extra bezahlt werden. So hätten die Leidtragenden wenigstens etwas davon. Daher fordern wir 120% der Tariflohnes für Leiharbeiter

Solidarität jetzt sofort #savethem

Die Corona Pandemie hat das soziale Leben in Deutschland komplett verändert, die Supermärkte und Innenstädte leergefegt und überlagert seit mindestens einer Woche jeden gesellschaftlichen Diskurs. Eine intensive Auseinandersetzung mit dem Virus ist natürlich wichtig um Problembewusstsein zu schaffen, Menschen zu schützen und größere Krisen zu verhindern, trotzdem werden so andere Probleme völlig verdrängt.

An der griechisch-türkischen Außengrenze der EU sitzen seit Wochen zehntausende Geflüchtete fest und warten auf Rettung. Unter unvorstellbaren humanitären Bedingungen eingepfercht zwischen Europa und der Türkei. Aber ganz nach dem Motto „Aus den Augen aus dem Sinn“ wird kaum noch berichtet und von politischer Seite noch weniger unternommen. Nachdem nun auch die Türkei ihre Grenzen geschlossen hat, verbleiben noch einige tausend Geflüchtete im Grenzgebiet, die anderen Flüchtlinge wurden zurück in die Lager in die Türkei gebracht.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, die vorher einen Termin zur Verbesserung der Situation vereinbart hatte, hat diesen inzwischen abgesagt um die europäischen Anstrengungen zur Bekämpfung von Corona zu koordinieren. Doch bisher hat die EU auch in diesem Bereich komplett versagt. Die neuen Grenzschließungen in Europa sind eine wichtige Maßnahme um die Ausbreitung zu verlangsamen. Damit geht jedoch bisher einher, dass Deutschland die humanitäre Aufnahme von Geflüchteten komplett ausgesetzt hat. So sitzen weiterhin tausende Geflüchtete vor den Festungen Europas ohne Versorgung.

Wir fordern deshalb:

  • Die Unterbringung der Menschen in Lagern auf europäischen Boden
  • Versorgung der Menschen mit Lebensmitteln und Medizin
  • Die Möglichkeit, geordnete Asylverfahren vor Ort zu eröffnen
  • Zweckgebundene Finanzmittel für Lager auf türkischen Boden
  • sofortige Einstellung der Waffenexporte mit deutscher Beteiligung

Auch wenn Europa sich im Ausnahmezustand befindet, können und dürfen wir uns nicht hinter unseren Mauern verstecken. Hier geht es um das Überleben von Menschen, die vor Kriegen geflüchtet sind, welche oft sogar mit deutschen Waffen geschlagen wurden.

Wir sind zwar aktuell dazu gezwungen von Demonstrationen abzusehen, wollen aber nicht stillschweigend zu sehen, wie Menschen leiden und sterben. Deshalb hoffen wir, auf diesem Weg möglichst viele zu erreichen und eure Augen für das Leiden der Menschen zu öffnen.

Covid-19: keine Treffen bis auf weiteres

Liebe GenossInnen, Liebe FreundInnen,

wie viele andere haben auch wir uns entschlossen, alle unsere Veranstaltungen auf unbestimmte Zeit abzusagen. Wir finden das natürlich schade und werden ggf. versuchen sie nachzuholen, sobald es die Umstände wieder zulassen. Viel wichtiger ist uns aber in Zeiten der aufkommenden Pandemie verantwortungsvoll zu handeln.

Anders als manch einer euch weismachen möchte, handelt es sich bei SARS-Covid 19 nämlich nicht einfach um „eine Grippe wie jede andere“ und die getroffenen staatlichen Sicherheitsvorkehrungen sind auch keine unbegründete „Panikmache“. Covid19 ist ein beim Menschen völlig neu aufgetretenes Coronavirus, entsprechend gibt es weder eine Grundimmunität in der Bevölkerung, noch Impfungen oder Medikamente, die es wirksam bekämpfen. Die Sterblichkeitsrate ist je nach medizinischer Versorgung geringfügig bis um ein vielfaches höher als bei der Influenza. Das Robert Koch Institut geht derzeit davon aus, dass sich bis zum Ende der Pandemie bis zu 2/3 der deutschen Bevölkerung einmal infiziert haben werden.

Auch wenn die Krankheit bei einem Großteil der Fälle mild verläuft, sind insbesondere ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen der Lunge oder des Herz- Kreislaufsystems von einem schweren Verlauf gefährdet, der es zB erfordern kann, dass diese PatientInnen beatmet werden oder im schlimmsten Fall versterben. Um die ausreichende medizinische Versorgung im ohnehin kaputtgesparten Gesundheitssektor zu gewährleisten, ist es wichtig, den Ansteckungszeitraum so lang wie möglich zu strecken und die Neuinfektionen so niedrig wie möglich zu halten. #FlattenTheCurve

Dieser Tage ereilen uns grausige Nachrichten von maßlos überforderten Kliniken in Italien, in denen Ärzte aufgrund mangelnder Kapazitäten entscheiden müssen, welche Patienten sie behandeln und welche sie ihrem Schicksal überlassen und von Pflegepersonal, das am Rande des Burn-Outs arbeitet. Hier zeigen sich die Verheerungen die der Neoliberalismus im Gesundheitssektor angerichtet hat in ihrer schlimmsten Form. Wir möchten dies zum Anlass nehmen auch hier noch einmal unsere Forderung nach einem auskömmlich finanzierten und personell gut aufgestellten Klinikwesen in öffentlicher Hand(!) zu bestärken. Allen Herausforderungen zum Trotz, sollten wir jetzt nicht verzagen oder in Panik verfallen.

Passt auf euch und eure Mitmenschen auf, meidet große Ansammlungen von Menschen, wascht euch regelmäßig die Hände, haltet die Hust- und Nies-Etikette ein und macht euch öfter mal einen entspannten Tag zuhause, oder trefft euch in kleiner Runde mit Freunden im privaten Raum oder unter freiem Himmel. Lasst uns alle zusammen dafür sorgen, dass wir diese Krise möglichst gut überstehen.

solidarisch eure Linksjugend [’solid] Hannover
Hier könnt ihr euch über seriös über Covid19 informieren

  • https://www.rki.de/…/Inf…/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html
  • https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus.html