Tag der Arbeit – Ausbildung retten

Auszubildende sind wegen Corona zurzeit in dreifacher Hinsicht benachteiligt. Viele von ihnen sind in Kurzarbeit oder können die Schulen nicht besuchen. Noch größere Probleme haben Azubis, die sich auf ihre Abschlussprüfungen vorbereiten. Sie haben zurzeit keine Chance, sich zu Lerngruppen zu treffen, Vorbereitungskurse zu besuchen, und verlieren im schlimmsten Fall mehrere Monate praktische Erfahrung vor ihren Abschlussprüfungen. Wir begrüßen in diesem Kontext die Entscheidung einiger IHKs, die Abschlussprüfungen weit nach hinten zu verschieben oder sogar abzusagen. Doch selbst wenn der oder die Auszubildende seinen Abschluss dieses Jahr mit guten Noten erhält, hat er oder sie kaum eine Chance einen Job zu bekommen. 10.000.000 Erwerbstätige, was fast einem Viertel aller Arbeitnehmer*innen entspricht, sind in Kurzarbeit und 300.000 haben schon ihren Job verloren. Die wenigsten Azubis werden unter diesen Umständen von ihren Betrieben übernommen. Ähnlich geht es Schüler*innen, die bereits für den Herbst einen unterschriebenen Ausbildungsvertrag in der Tasche hatten. In den meisten Fällen machen Betriebe von ihrem Kündigungsrecht Gebrauch, weshalb sie ihre Ausbildungen im Herbst gar nicht erst antreten können. Grade hier brauchen wir einen handlungsfähigen Staat. Gehälter von neuen Auszubildenden müssen voll übernommen werden. Außerdem fordern wir die Übernahme der ersten 3 vollen Gehälter nach der Ausbildung, falls der Betrieb den Auszubildenden unbefristet übernimmt.

Tag der Arbeit – Demokratie darf nicht am Wektstor enden

Demokratie darf nicht am Werkstor enden
Auch für junge Menschen ist die Mitbestimmung im Betrieb ein wichtiges Gut, denn die Demokratie darf nicht am Werktor enden! Gibt es Zoff mit Chef, Verstöße bei Arbeitsschutzgesetzen oder ähnliches kann sich der Betriebsrat einschalten und sich für die Rechte der Arbeitnehmer*innen einsetzen. Leider ist die Zahl der Unternehmen mit Betriebsräten rückläufig. Unternehmen lassen keinen Trick aus um mit sogenanntem „Union Busting“ gegen die betriebliche Interessensvertretung vorzugehen, teilweise werden von Anwaltskanzleien sogar Seminare angeboten unter dem Titel „Besser leben ohne Betriebsrat“. Die Politik muss sich hier klar schützend vor die demokratische Mitbestimmung der Beschäftigten stellen und Union Busting konsequent verfolgen und bestrafen! Ihr habt noch keinen Betriebsrat, der sich für eure Rechte einsetzt? Dann setzt euch doch mal mit euren Kolleg*innen und eurer Gewerkschaft zusammen und gründet einen!

Tag der Arbeit – 30 Stunden sind genug!

30 Stunden sind genug – für eine radikale Arbeitszeitverkürzung bei vollen Lohnausgleich
Zwei Stunden später zur Arbeit gehen und gleichzeitig früher gehen? Das muss kein Traum bleiben! In Deutschland steigen seit Jahren die Produktivität und die Gewinne der Unternehmen immer weiter an, bei den Beschäftigten kommt jedoch nichts an. 40 Prozent der Beschäftigten haben heute sogar weniger Einkommen als noch vor 15 Jahren. Es wird höchste Zeit die Arbeiter*innen an dem Reichtum, den sie erarbeiten teilhaben zu lassen und eine radikale Arbeitszeitverkürzung zu fordern. Bei vollem Lohnausgleich versteht sich. Immer mehr Mensch wollen eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Freizeit haben und mehr Zeit mit Familie und Freunden verbringen. Eine radikale Arbeitszeitverkürzung würde es auch vielen Männern ermöglichen mehr Care-Arbeit zu übernehmen. Gleichzeitig würde die neue Verteilung des Arbeitsvolumens auch neue Arbeitsplätze schaffen und so neue Perspektiven für Arbeitslose schaffen.